Deutscher Augenarzt operiert in Takeo/Kambodscha

Dr. Manfred Mörchen: "Wir verändern Leben"

Ein kambodschanisches Mädchen und ein Arzt sitzen in einem bevölkerten Flur.
Erfolgreich operiert: Die 14-jährige Much aus Kambodscha erhielt ihr Augenlicht zurück.
Foto: CBM/Grossmann
Eigentlich ist Dr. Manfred Mörchen (Jahrgang 1967) ein überaus sachlicher Mensch, der jede Aufgabe gründlich analysiert, nach Lösungsmöglichkeiten sucht und sie auch findet. Dabei ist es ihm gleichgültig, ob es sich um negative oder positive Herausforderungen handelt. Er bleibt gelassen und ruhig, getreu dem Motto: "Was gemacht werden muss, muss gemacht werden."

Bewegende Momente
Aber es gibt auch Augenblicke, da ist der in Düsseldorf geborene CBM-Augenarzt ein anderer, emotionalerer Mensch, vor allem dann, wenn er vormals blinden Menschen nach der Operation am Grauen Star den Augenverband abnimmt. Und das geschieht in dem Hospital in Takeo, in dem er seit Anfang 2006 im Auftrag der CBM arbeitet, mehr als 2.500 Mal pro Jahr.

Meistens einen Tag nach der Operation und meistens am frühen Morgen. Der Flur vor den großen Krankenzimmern des Augenkrankenhauses ist dann überfüllt, denn möglichst viele wollen miterleben, wenn der Augenverband zum ersten Mal nach der OP abgenommen wird und jemand wieder sehen kann.

Grund zur Besorgnis?
Wenn keine weitere Augenerkrankungen vorliegen und bei der Operation keine Komplikationen auftraten, ist hinterher meist ein positives Ergebnis zu erwarten. Aber manchmal deuten die Umstände auf kein gutes Resultat hin, wie bei der 14-jährigen Much von Dr. Mörchen befürchtet. Das Mädchen war seit drei Monaten auf einem Auge durch einen Unfall starblind und kam – dem guten Ruf von Takeo folgend – über 200 Kilometer weit angereist.

Es hätte zwar auch in seinem Distrikt ein Augenkrankenhaus gegeben, aber die Mutter hatte nur Gutes von dem CBM-geförderten Krankenhaus gehört: "Takeo ist einfach besser." (Nebenbei: Es ist das größte Augenhospital in Kambodscha.)

Gute Perspektive
Doch bei Much blieb Dr. Mörchen lange skeptisch. Die Prognose war nicht eindeutig. Umso mehr konnte er dann mit ihr um die Wette strahlen, als der Verband abgenommen war und sie die Buchstaben auf der Lesetafel einwandfrei erkennen konnte. "Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen, dass Much sich später einmal ihren großen Wunsch, Mathematiklehrerin zu werden, erfüllen kann."

Bildergeschichte (Teil 1): Muchs Weg zur Operation am Grauen Star
Bildergeschichte (Teil 2): Das Resultat der Operation
Aus dem Archiv: Dressurreiterin Isabell Werth verabschiedet Dr. Mörchen nach Kambodscha


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