Körperliche Behinderungen
Vom Klumpfuß bis zur Wirbelsäulentuberkulose
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KÖRPERBEHINDERUNG: In vielen Fällen kann ein Rollstuhl oder - wie hier - ein Dreirad den Bewegungsradius erheblich erweitern.© CBM
Gesellschaftliche und persönliche Folgen
Schätzungsweise 30 Millionen Menschen weltweit leiden an einer orthopädischen Behinderung, die ihre Mobilität einschränkt. Solche körperlichen Behinderungen können die Lebensqualität drastisch beeinträchtigen und unbehandelt sogar das Leben verkürzen. Menschen mit Mobilitätsproblemen können häufig nicht sitzen oder gehen und viele Tätigkeiten nicht selbst durchführen. Da die Bildungs- und Berufschancen durch Probleme bei der Verkehrsmittelnutzung oft eingeschränkt sind, erfährt der Betroffene schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Nachteile.
Hauptursachen orthopädischer Behinderungen
- Vom Klumpfuß, einer der weltweit verbreitetsten angeborenen Missbildungen, ist mindestens eines von 1.000 Neugeborenen betroffen.
- Mangelernährung kann zu Knochenerweichung führen, die winkelförmige Knochenfehlbildungen nach sich zieht (ausgeprägte X- oder O-Beine).
- Bestimmte Infektionskrankheiten können Kinderlähmung oder Wirbelsäulentuberkulose verursachen.
- Unzureichende Lebensbedingungen, Hygienemangel und fehlende medizinische Versorgung steigern das ohnehin vorhandene Risiko einer orthopädischen Behinderung.
Versorgung und Rehabilitation
Zur Verhütung orthopädischer Behinderungen infolge vermeidbarer Krankheiten sollte ein Schwerpunkt auf Gesundheitserziehung, Ernährung und Schutzimpfungen gelegt werden. Hierin eingeschlossen sind relativ einfache Maßnahmen wie
- Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung von Sauberkeit und medizinischer Versorgung,
- Schärfung des Bewusstseins im Hinblick auf die Bedeutung vitaminreicher Ernährung, u.a. für den Aufbau starker Knochen,
- medizinische Begleitung bei Geburten zur Verhütung von Behinderungen durch Geburtskomplikationen,
- Impfungen gegen Kinderlähmung, die Schutz vor dem Post-Polio-Syndrom bieten.
Besteht bereits eine orthopädische Behinderung, können Physiotherapie, orthopädische Chirurgie oder eine Versorgung der behinderten Personen mit Mobilitätshilfen (z.B. Gehschienen, orthopädische Schuhe und Rollstühle) deren Lebensqualität erheblich verbessern.
Gewährleistung einer besseren medizinischen Versorgung
Das Hauptanliegen der CBM ist die Bereitstellung von Diensten im Bereich körperliche Rehabilitation. Deshalb beteiligt sie sich an Ausbildungsprogrammen für orthopädische Fachkräfte einschließlich Physiotherapeuten, Medizinstudenten und Chirurgen. Auch fördert die CBM den Aufbau geeigneter Einrichtungen für körperbehinderte Menschen wie
- orthopädische Kliniken,
- Rehabilitationszentren,
- Berufsbildungszentren
- und Schulen.
Darüber hinaus fördert die CBM die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Krücken, Rollstühle und Prothesen durch die Ausbildung von Orthopädietechnikern.
In Zahlen
Im Jahr 2009
- nahmen mehr als 322.000 orthopädische Patienten medizinische Versorgungs- und Rehabilitationsdienste in Anspruch.
- wurde in 60 Projekten körperbehinderten Menschen medizinisch geholfen.
- wurden fast 27.000 orthopädische Operationen durchgeführt.
Stand: Juli 2010
Download (PDF): Körperliche Behinderung









