Blindheit
Millionen warten auf Ausbildung
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Mit Fingern lesen: Dieses blinde Mädchen hat in einer CBM-geförderten Schule die Braille-Schrift erlernt.© CBM / argum / Einberger
Weltweit waren im Jahr 2009 mehr als 314 Millionen Menschen sehbehindert – hiervon waren 269 Millionen stark sehbehindert und 45 Millionen blind. Davon sind 37 Millionen Menschen blind aufgrund von Augenerkrankungen und 8 Millionen wegen unkorrigierter Fehlsichtigkeit. 90 Prozent aller blinden Menschen leben in Entwicklungsländern.
Da Menschen mit schweren Sehbehinderungen weniger Möglichkeiten haben, erwerbstätig zu sein, sind sie stärker dem Risiko von Arbeitslosigkeit und Armut ausgesetzt. Der Verlust der visuellen Orientierung schränkt die Mobilität ein und kann zu sozialer Isolation führen. Sehbehinderungen können Kinder in ihrer Entwicklung stören, wenn sie nicht besonders unterstützt und gefördert werden. Kleine Kinder mit Sehbehinderungen haben nur geringe Möglichkeiten, interessante Dinge in ihrer Umgebung zu erforschen und verpassen so die Chance, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen.
Hauptursachen von Blindheit
- Mit rund 17 Millionen ist der Graue Star die mit Abstand häufigste Ursache.
- Glaukom, Netzhauterkrankungen, das Trachom sowie Hornhautnarben haben ebenfalls einen wesentlichen Anteil an Erblindungen.
- Augenerkrankungen bei Kindern, die zur Erblindung führen, sind Vitamin-A-Mangel, Grauer Star und Frühgeborenen-Retinopathie.
- Trachom, Onchozerkose und Vitamin-A-Mangel (Erblindung im Kindesalter) gelten als Indikatoren für Armut, da sie die Ärmsten der Armen treffen. Ihre Verbreitung hängt weitgehend von negativen Umfeldfaktoren wie Wasserqualität, sanitären Verhältnissen und Ernährung ab sowie von der Unverfügbarkeit medizinischer Versorgung und einer mangelnden Grundversorgung mit Arzneimitteln.
Unterricht und Ausbildung blinder und sehbehinderter Menschen
In Afrika, Asien und Lateinamerika hat nur etwa jedes zehnte blinde oder sehbehinderte Kind Zugang zum Schulunterricht. Neben Fehleinschätzungen und Vorurteilen ist dies hauptsächlich auf einen Mangel an Sondereinrichtungen und ausgebildeten Lehrkräften zurückzuführen. Deshalb engagiert sich die CBM dafür, sehbehinderten Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen und fördert
- Früherkennungs- und Frühförderprogramme
- Sonderpädagogik
- integrative Unterrichtsprogramme
- Berufsbildungszentren
- Programme zur öffentlichen Bewusstseinsbildung
Versorgung von Schulen mit Lehrhilfen
Zur Qualitätsverbesserung des Unterrichts sehbehinderter Kinder finanziert die CBM besondere Lehrmaterialien und ‑mittel. Außerdem fördert sie Spezialkurse für Referendare und Lehrer in Lehrmethoden und Lehrplänen, die speziell für sehbehinderte Menschen entwickelt wurden.
Den Schritt in das Berufsleben erleichtern
Durch die Förderung von berufsvorbereitenden und Berufsbildungsprogrammen möchte die CBM jungen sehbehinderten Menschen den Übergang von der Ausbildung in den Beruf erleichtern. Höchste Priorität genießen dabei stets Programme, die sehbehinderten Menschen Selbstständigkeit und lebenspraktische Fertigkeiten vermitteln.
In Zahlen
Im Jahr 2009
- unterstützte die CBM 81 Schulen für blinde und taubblinde Kinder.
- wurden rund 19.200 blinde, taubblinde und sehbehinderte Kinder mit CBM-Hilfe schulisch gefördert.
Stand: Juli 2010
Download (PDF): Blindheit









