Monatsandacht Februar 2010 von Dirk Gerlach

Tu´ deine Hand auf deinem bedrängten und armen Nächsten!

Porträt von Dirk Gerlach
© CBM
Dirk Gerlach arbeitet bei der Christoffel-Blindenmission im Bereich Kofinanzierung von Projekten mit der EU und anderen internationalen Gebern. Bei seiner Arbeit gefällt ihm besonders die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den CBM-Projektpartnern aus allen Kontinenten in den Bereichen Medizin und Rehabilitationsarbeit: "Fast alle unserer ko-finanzierten Projekte erreichen direkt besonders arme Menschen, denen wir durch eine Operation oder Ausbildung Chancen auf ein besseres Leben eröffnen können."

Die armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mach ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, eine Hand öffnen.
5. Mose 15,11
„Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein“,  sagt der HERR in 5. Mose 15, 4. Er deutet damit auf die Sünde als Ursprung der Armut. Das heißt nicht, dass Menschen die arm sind, an ihrer Situation selbst schuld sind, sondern dass wir in einer gefallenen Welt leben.
Gerechtigkeit in der Welt?
In vielen Entwicklungsländern gibt es korrupte Regierungsapparate, in denen die Machthaber im Luxus schwelgen, während die Mehrheit der Bevölkerung ums tägliche Überleben kämpft. Bei uns in Deutschland verzocken hochbezahlte Spekulanten viele hundert Milliarden. Bezahlen müssen es aber andere. Diejenigen, die ihre Arbeitsplätze wegen der  Krise verlieren und die Gesellschaft insgesamt, die über viele Jahre die Staatsschulden zur Stützung angeschlagener Banken abtragen muss. Wir leben in einer ungerechten Welt.
Arme habt ihr allezeit
Gott überlässt seinem Volk da nicht irgendwelche idealistischen Illusionen, sondern macht ihm in 5. Mose 15,11 ganz unmissverständlich klar: „Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande.“ Was heißt das? - Es bedeutet als erstes, dass wir nüchtern sein und nicht auf ein goldenes Zeitalter warten sollen, in der Armut tatsächliche eines Tages Geschichte werden wird; denn solange diese Welt besteht, wird es immer Arme geben. Jesus sagt daher auch „… Arme habt ihr allezeit bei euch.“ (Johannes 12,8). Gleichzeitig gibt Gott seinem Volk aber auch einen ständig gültigen Auftrag, sich um die Armen zu kümmern.
 
Tu´ deine Hand auf!
Dabei spricht er zuallererst uns individuell an: „Tue deine Hand auf deinem Bruder!“ Sollte das nicht der Staat machen? Nein, tue Du Deine Hand auf! Ich habe kein Geld … Tue Deine Hand auf! Es gibt für uns keine Ausrede. Gott fängt immer zuerst bei uns direkt an, wenn es um Veränderung geht. Der eine mag in der Suppenküche um die Ecke helfen, ein anderer spendet vielleicht für die Erdbebenopfer in Haiti und wieder jemand anderes geht für einige Jahre in ein Entwicklungsland, um mit selbst mit anzupacken.
 
Gott segnet die Hilfe für Arme und Bedrängte
Gleichzeitig steht - wie in Moses Zeiten - das Volk Gottes als Ganzes in der Verpflichtung, den Armen zu helfen. In 5. Mose 15,4 hatte Gott darum gefordert: „Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein; denn der Herr wird dich segnen in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird.“ Der Segen für das Land ist also gekoppelt an die Hilfe für die Armen und Bedrängten. Interessant – Gott bewertet oft genau umgekehrt wie wir. Nicht wie viel ein Mensch einnimmt, zählt bei ihm, sondern wie viel er gibt! Wer den Armen und Bedrängten hilft, erwirbt richtigen Reichtum und wird zum Segen für das Land.

Dirk Gerlach
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