Weltwärtsreisende Micaela Moll berichtet aus Kenia
Marathon für die CBM
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Sie haben es geschafft: CBM-Mitarbeiter aus dem Regionalbüro sind beim 7. Nairobi-Marathon mitgelaufen.© CBM
Pünktlich um 7:45 Uhr fiel der Startschuss und eine Kilometer lange Menschentraube setzte sich in Bewegung. Vor und hinter uns ein Meer aus fröhlich gelaunten Menschen - alt und jung, dick und dünn, mit und ohne Sportschuhe, ambitioniert oder mit Handy am Ohr, Freunde, Familien mit Kindern und Liebespaare. Es ging durch die Innenstadt, vorbei an Ministerien und großen Bankgebäuden. Wildfremde Menschen sprachen sich Mut zu, Massai trommelten munter an Straßenecken und eine Blaskapelle sorgte für die musikalische Untermalung am Getränkestand.
Beim 7. Nairobi-Marathon engagierte sich das CBM-Regionalbüro, um auf die Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Im Vorfeld des Rennens wurde eine Reportage speziell über das Rollstuhl- und Tricycle-Rennen mit Kommentaren von Anita Smeets, der Regionaldirektorin für Ostafrika, und Nat Bascom, dem Landeskoordinator für Kenia, im Fernsehen gezeigt. Berichte in den örtlichen Zeitungen verstärkten die Werbung und so entschied ich mich, gemeinsam mit einigen KollegInnen für einen guten Zweck das Kilometer-Rennen mitzulaufen, natürlich im CBM-Poloshirt.
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Aufmerksam machen: Beim 7. Nairobi-Marathon ging es nicht nur um das Laufen.© CBM
Der Marathon rückte immer näher und das Rennen war für Sonntagmorgen 7:45 Uhr angesetzt, um der Sonne und den hohen Temperaturen zu entgehen. Um 6 Uhr hatten wir das Nyayo-Stadion erreicht und schlugen unser Lager im CBM-Werbezelt auf. Hier hatten sich einige CBM-geförderte Projekte zusammengefunden, um auf die vielfältigen Angebote für Menschen mit Behinderungen hinzuweisen. Die Kikuyu-Augenklinik bot kostenlose Sehtests an und der ein oder andere Läufer ließ vor dem Rennen noch schnell seine Sehstärke prüfen. Die Behindertenorganisation APDK (Association for the Physically Disabled of Kenya) war ebenfalls am Stadion vertreten und offerierte allerhand Schmuck und Souvenirs, die von Menschen mit Behinderungen für den projekteigenen Fair-Trade-Shop hergestellt werden.
Das CBM-Zelt war ebenfalls Sammelpunkt für alle Rollstuhl- und Tricyclefahrer, die als erste ins 42 Kilometer lange Rennen gingen. Mit über 100 Teilnehmern und attraktiven Preisgeldern war es ein voller Erfolg und ein gute Gelegenheit, um für eine inklusive Gesellschaft zu werben. Während sich die ersten also auf die Strecke machten, suchten wir verzweifelt nach Kaffee. Um uns herum liefen sich tausende Kenianer für den Marathon warm. Schnell noch ein Müsliriegel gegessen und zwei Traubenzucker in die Tasche gesteckt und dann pilgerten wir auch schon zum Start – mit schätzungsweise 5000 anderen Menschen.
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Vom Erfolg beflügelt: Es wird weiter fleißig für den Halbmarathon in Moshi/Tansania trainiert.© CBM
Ein wenig deprimierend war es anfangs schon, als mich Schulkinder und Rentner überholten! Und sogar unsere Reinigungsfrau Sarah und unser Fahrer John waren mehrere Minuten vor mir und winkten mir fröhlich zu, wenn sich unsere Wege kreuzten! Aber gut, mein Motto war es, durchzuhalten, denn Nairobi liegt immerhin 1700 m über dem Meeresspiegel! Und zudem vermute ich ganz stark, dass die KenianerInnen mit einem „Läufer-Gen“ geboren werden, denn momentan kommen 74 der 100 besten Marathon-Läufer aus Kenia!
Die letzten zwei Kilometer waren zwar eine Qual, aber meine Kollegin Susan und ich erreichten dann voller Stolz das Ziel nach! Ich brauchte dann etwa drei Stunden, um meine normale Gesichtsfarbe wieder zu erlangen. Von diesem Erfolg so beflügelt, trainieren einige Kolleginnen und ich momentan für den Halbmarathon in Moshi/ Tanzania Ende Februar.
Micaela Moll










