Dr. Irmela Erdmann
Augenoperationen mit Taschenlampe
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Dr. Irmela Erdmann: Oft haben wir bis neun Uhr schon 100 Augenpatienten registriert.© CBM
Seit zwölf Jahren arbeitet die Augenärztin Dr. Irmela Erdmann für die CBM in Uganda, seit fünf Jahren in der Hauptstadt Kampala. Die Hamburgerin ist eine von insgesamt 40 Augenärzten für 30 Millionen Einwohner im Land. "Das wäre so, als gäbe es in Hamburg nur zwei oder drei Augenärzte“, macht sie das Verhältnis deutlich.
Ihr Alltag ist oft von abenteuerlichen Improvisationen geprägt.
7 Uhr: Dr. Irmela Erdmanns Arbeitstag in der Augenabteilung des Mengo-Hospitals beginnt früh – für gewöhnlich gegen 7 Uhr. Im Büro streift sie ihren Arztkittel über und geht hinunter in das Untersuchungszimmer der Augenabteilung.
8 Uhr: Eine lange Schlange von Patienten hat sich vor der Klinik eingefunden. "Das ist hier jeden Morgen so", erzählt Dr. Erdmann: "Oft haben wir bis neun Uhr schon 100 Augenpatienten registriert." 34 Betten hat die Augenstation, insgesamt drei Ärzte bewältigen pro Jahr rund 1.600 Augenoperationen, die Hälfte davon sind Operationen am Grauen Star.
8.30 Uhr: Die 40 Mitarbeiter der Augenabteilung treffen sich zur wöchentlichen Besprechung. Irmela Erdmann hat sie eingeführt, um die Abläufe zu verbessern. Seit fünf Jahren arbeitet sie für die CBM in der Klinik. Davor war sie sieben Jahre in der ugandischen Kleinstadt Mbarara tätig. Die 53-jährige gebürtige Hamburgerin lebt seit zwölf Jahren in Uganda – und das gerne: "Ich hatte keine Präferenzen für ein bestimmtes Land, aber ich wollte mich als Frau frei bewegen können." Und das ist in Uganda möglich. Nur weite Spaziergänge sollte man als Ausländerin nicht allein unternehmen: "Das ist das Einzige, was mir ein bisschen fehlt – ansonsten vermisse ich nichts."
Improvisation ist alles
Mit den kleinen Widrigkeiten des Alltags – fehlenden Ersatzglühbirnen, die Spaltlampen zur Augenuntersuchung außer Gefecht setzen, oder Stromausfällen – kommt sie gut zurecht und macht mit Improvisationstalent das Beste daraus: Ersatzglühbirnchen und sonstige kleine Ausrüstungsgegenstände bringt sie von Heimataufenthalten in Hamburg mit. Auf einem Regal im Schwesternzimmer warten Petroleumlampen auf den Notfalleinsatz bei Stromausfall: "Ich hab auch schon mal mit einer Taschenlampe zu Ende operiert", erzählt Dr. Erdmann schmunzelnd.
Tagelange Anreise
Einer ihrer Patienten ist heute der 73-jährige Sudanese Mansor Akol. Zwei Wochen war er mit seinen Söhnen aus dem Süden Sudans nach Kampala gereist, per Bus und zu Fuß, um sich am Grauen Star operieren zu lassen. Seit drei Jahren ist das rechte Auge blind, seit einem Jahr nun auch das linke. Mansor Akol leidet sehr darunter, nichts mehr zu sehen und ständig auf andere angewiesen zu sein, übersetzt sein Sohn Angelo.
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- © CBM / argum / Einberger
9.50 Uhr: Im Operationssaal bereitet sich das Team auf die OPs des Tages vor. Dr. Erdmann zieht sich den sterilen blauen Kittel an und macht sich OP-bereit. Erst gibt es eine kleine Verzögerung, weil kein Wasser zum Händewaschen da ist. Schließlich gibt es doch noch Wasser. Die OP bei Mansor Akol läuft glatt. In nur 30 Minuten tauscht Dr. Erdmann die eingetrübte Augenlinse gegen eine kleine Kunstlinse aus. Diese wird durch einen nur sechs Millimeter langen Schnitt implantiert.
Mansor Akol ist überglücklich, als er am nächsten Tag feststellt, dass er wieder sehen kann.Beim Sehtest kann er nicht nur die Finger der Krankenschwester zählen, sondern auch mit seinem Sohn aus dem Fenster schauen und den Ausblick auf Kampala genießen.
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- © CBM / argum / Einberger
Nach anstrengenden Stunden im OP endet für Dr. Erdmann der Arbeitstag vor dem Computer: E-Mails checken und Verwaltungsangelegenheiten, auch wenn diese in Uganda nur 20 Prozent ihrer Arbeit ausmachen. Könnte sie sich vorstellen, nach Deutschland zurückzukehren? "Unvorstellbar!", sagt Irmela und schüttelt den Kopf:
"Leben, ja, aber arbeiten nicht – das wäre keine Herausforderung mehr."
Mehr zu ihrer Arbeit:
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30 Euro kostet im Schnitt eine Augenoperation am Grauen Star. Bei Kindern kostet die Operation mit Vollnarkose 125 Euro.
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Grauer Star
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