Presseinformation vom 06. Juli 2010
13-Jährige gewinnen Jugend-forscht-Bundessonderpreis der Christoffel-Blindenmission
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Stolze Preisträger: Luca Mennen (links) und Matthias Zalfen (3.v.l.). Die beiden CBM-Direktoren Reinhold Behr (2.v.l.) und Dr. Rainer Brockhaus sind begeistert von der Erfindung der Jungen.© CBM
BENSHEIM. Zum zwölften Mal zeichnet die Christoffel-Blindenmission (CBM) Jugend-forscht-Teilnehmer mit dem bundesweiten Sonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ aus, deren Erfindungen vor allem Menschen mit Behinderungen zugute kommen. Den Hauptpreis gewannen die Schüler Luca Mennen und Matthias Zalfen aus Bad Münstereifel. Insgesamt wurden drei Innovationen prämiert. Direktor Dr. Rainer Brockhaus hob in seiner Laudatio hervor: „Die jugendlichen Erfinder haben uns durch ihre gründliche Recherche, ihre Sachkenntnis und ihr Einfühlungsvermögen in Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind, überzeugt. Ihre Arbeiten können dazu beitragen, das Leben mit einer Behinderung oder Krankheit einfacher zu gestalten und den Blick für Beeinträchtigungen zu schärfen.“
Alltagstauglich und preiswert – Erfindungen für den Menschen
Für die Weiterentwicklung eines Venen-Scanners (Vein Viewer) zur Erkennung von Gefäßkrankheiten wie z.B. Thrombosen wurden Luca Mennen und Matthias Zalfen mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die beiden 13-jährigen Schüler des Städtischen St. Michael-Gymnasiums verbesserten eine Erfindung aus dem Vorjahr dahingehend, dass ihr neues Gerät präziser und gleichzeitig kostengünstiger ist. Mit ihm können Venen mit Infrarotlicht sichtbar gemacht und direkt auf die Haut projiziert werden. Das ermöglicht dem Arzt, eine Gefäßerkrankung punktgenau zu lokalisieren und zu behandeln. Direktor Brockhaus lobte: „Ein langes, ausdauerndes Experimentieren wurde schließlich technisch hervorragend umgesetzt. Dieses Gerät kommt eventuell sogar für den Einsatz in Entwicklungsländern infrage.“ Der erste Preis ist mit 300 Euro dotiert.
Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 250 Euro belegten Franz Lange (20) und Wilhelm Guber (20) aus Gröningen in Sachsen-Anhalt. Die angehenden Elektroniker und Energietechniker der E.ON Avacon AG entwickelten ein Trainingsgerät, das Parkinson-Patienten hilft, eine aufrechte Körperhaltung zu bewahren und damit Fehlhaltungen und den daraus resultierenden Problemen vorzubeugen. Rainer Brockhaus war besonders von der Einbindung in die Praxis beeindruckt: „Die akribische Vorarbeit mit Unterstützung von Parkinson-Experten und die anstehenden Tests des „Beugungsmelders“ durch Patienten einer Fachklinik machten der Jury die Alltagstauglichkeit dieser Erfindung überzeugend nachvollziehbar.“ In Deutschland sind rund 250.000 Menschen von der Parkinson-Erkrankung betroffen.
In der Kategorie „Schüler experimentieren“ der Stiftung „Jugend forscht“ wurde der zwölfjährige Julian Hartstang vom Gymnasium Carolinum in Osnabrück mit dem CBM-Sonderpreis ausgezeichnet. Der Schüler entwickelte ein Warnsystem für Rollatoren, das mit Hilfe eines Ultraschallsensors Hindernisse erkennt und mit akustischen Signalen Menschen mit einer Geh- und Sehbehinderung ein sicheres Gehen mit dem Rollator ermöglicht. Brockhaus hob die Eigeninitiative des Zwölfjährigen hervor: „Angeregt durch die Schwierigkeiten seiner Großmutter begann Julian zu tüfteln, programmierte seinen Sensor völlig selbstständig und testete das Gerät schließlich erfolgreich mit Bewohnern eines Altenheims. Die CBM freut sich über einen so jungen Erfinder, der mithilft, ein größeres Verständnis für Menschen mit Einschränkungen zu entwickeln.“
650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 900 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen.










