Information zum 28. Juli 2010

Niger von Hungerkatastrophe bedroht

Mann im langen Gewand wird geführt von jemand, der einen Sack auf der Schulter trägt; im Hintergrund Menschen, Säcke, Bäume
Hungersnot im Niger, 2005: Bei der CBM-Nahrungsmittelverteilung wurde besonders darauf geachtet, dass auch Menschen mit Behinderung ihren Anteil bekamen.
© CBM
Kleinkind trinkt Milch aus eine Kelle
Hunger wird gestillt: Bamra wurde rechtzeitig von ihrer Mutter ins CBM-geförderte Projekt gebracht.
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Mutter mit Kleinkind sitzt auf einer Holzbank
Gerettet: Ouma freut sich, dass Bamra zugenommen hat.
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Die Hälfte der Bevölkerung im Niger leidet an Hunger, wie jüngste Untersuchungen ergaben. Aufgrund der langanhaltenden Trockenheit drohen Ernteausfälle und lassen eine Verschärfung der Situation befürchten. Laut UN sind vor allem Frauen und Kinder in der Sahelzone unterernährt.

Schon bei der Dürrekatastrophe im Jahr 2005 machte der damalige CBM-Regionalbeauftragte auf ein Problem aufmerksam, das sich nicht wiederholen sollte: "Macht sich eine Hungersnot breit, helfen die reicheren Länder zwar - aber meist viel zu spät."

CBM unterstützt gezielt Benachteiligte
Mit ihren beiden Partnern im Niger arbeitet die Christoffel-Blindenmission seit 1977 bzw. seit 1986 zusammen. Schon vor fünf Jahren verteilten sie dringend benötigte Nahrungsmittel in der Region Maradi und den Departements Loga (Region Dosso) und Quallam (Region Tillabéri/Sahelzone) an die Notleidenden. Dabei sorgten sie dafür, dass unterernährte Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit Behinderungen ihren Anteil bekamen. Es ist der CBM ein Anliegen, dass die besonders Benachteiligten nicht leer ausgehen.

Hunger ist im Niger ein immer wiederkehrendes Problem. Bamra, ein zweijähriges unterernährtes Mädchen, konnte 2008 gerettet werden. Ihre Mutter Ouma kam gerade noch rechtzeitig mit der Kleinen zur CBM-geförderten Gesundheitsklinik bei Maradi. Die beiden bekamen zu essen und eine umfassende Ernährungsberatung. Bamra überlebte! Ouma kehrte später mit Freundinnen wieder an die Klinik zurück: "Bamra geht es jetzt viel besser, - und sie hat zugenommen! Ich habe meine Freundinnen ermutigt, mit mir zu kommen. Denn hier finden wir Hilfe und Unterstützung."
Frauen und Kinder in einem umzäunten Garten; jenseits des Gartens dürre Landschaft
Ein "Survival Yard", Juni 2010: 43 dieser Überlebensgärten haben CBM-SpenderInnen finanziert. Viel mehr davon wären vonnöten, um weiteren Familien das Überleben zu sichern.
© CBM
Frau mit Kind in einem Garten, dahinter dürre Landschaft
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"Survival Yards" sichern das Überleben nachhaltig
Um den immer wiederkehrenden Dürreperioden und den damit verbundenen Hungerkatastrophen etwas entgegenzusetzen, wurde 2005 das Konzept der "Survival Yards"/"Gärten des Lebens" von CBM-Partnern umgesetzt. Familien mit mindestens einem behinderten Familienmitglied erhielten Land und die Mittel, es zu umzäunen, zu bebauen und zu bewässern. Auf einer Fläche von je 25 mal 25 Metern wird v.a. Gemüse kultiviert, aber auch Bäume, deren Holz später verwertbar ist - oder deren Früchte besonders reich an Vitamin A sind, wie z.B. Mangobäume. Die Artenvielfalt sorgt dafür, dass zu jeder Jahreszeit geerntet werden kann. Jeder Garten hat einen eigenen Brunnen, um die Bewässerung sicherzustellen.

Inzwischen bewirtschaften 43 Familien einen solchen "Survival Yard". Da die Familien in der Regel groß sind, profitieren hunderte von Menschen davon. CBM-Regionaldirektor Falk Winter: "Die "Survival Yards, die die CBM ins Leben gerufen hat, sind ein hervorragendes Beispiel, wie mit einer kleinen Investition eine Großfamilie das ganze Jahr über ernährt werden kann und darüber hinaus Produkte auf dem Markt verkauft werden können. Und das in einem Gebiet, wo sonst nur Wüste ist. Damit wird besonders Frauen und Kindern geholfen und gleichzeitig die Ausbreitung der Wüste effektiv bekämpft. Diese Gärten sind grüne Oasen in einem Meer aus Sand. Wir würden gerne mehr davon gründen!"
So hilft die CBM - helfen Sie mit!
1. Erste Nothilfe – falls es zum Schlimmsten kommt:
Verteilung von hochprozentigem Eiweiß-Getreidebrei, um die schwächsten Kinder zu stärken: 45 Euro pro Kind

2. Mittelfristig - medizinische Versorgung:
Bekämpfung von armutsbedingten Krankheiten wie z.B. Trachom. Eine Augenoperation kostet 20 Euro, Augensalbe 5 Euro.

3. Langfristige Hilfe – z.B. „Gärten des Lebens“ (Survival Yards)
Künstlich bewässerte „Gärten des Lebens“ können eine Großfamilie (in der mindestens ein Familienmitglied eine Behinderung hat) das ganze Jahr über ernähren. Unser CBM-Partner hat bisher 43 solcher Gärten angelegt. Hunderte Menschen profitieren davon. Kosten pro Garten: 5.000 Euro. Jeder Euro hilft!
Link: 10 millionen Grauer Star Operationen
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